Analyse

Wer spielt wann? Das SC-Wochenende im Überblick

Zwei Tage, sechs Pflichtspiele und eine kleine Herausforderung für alle, die den gesamten Sport-Club verfolgen möchten: Während die Profis in Paderborn antreten, läuft im Dreisamstadion noch das Spiel der U23. Am Sonntag spielen die U17 und die Frauen-U20 zeitgleich an unterschiedlichen Auswärtsorten. Man kann an diesem Wochenende also nicht überall dabei sein. Wissen, was im Verein gerade passiert, darf man trotzdem.

Der SC-Fahrplan fürs Wochenende

Tag / ZeitBegegnungWettbewerbOrtÜbertragung
Sa., 13:00SC Freiburg U19 – SV Stuttgarter KickersU19-DFB-NachwuchsligaMöslestadion
Sa., 14:00SC Freiburg II – TSV Steinbach HaigerRegionalliga SüdwestDreisamstadion
Sa., 15:30SC Paderborn – SC FreiburgBundesligaHome-Deluxe-ArenaSky; SC-Matchcenter; Sport-Club live
So., 14:001. FC Kaiserslautern U17 – SC Freiburg U17U17-DFB-NachwuchsligaFröhnerhof
So., 14:00SV Stuttgarter Kickers – SC Freiburg Frauen U20Frauen-Regionalliga SüdSportpark Waldebene Ost
So., 16:00FC Bayern München – SC FreiburgFrauen-BundesligaFC Bayern CampusMagentaSport; DAZN

In Paderborn beginnt die schwierigere Arbeit

Vier Pflichtspiele, vier Siege und 16 Freiburger Tore: Viel freundlicher hätte die neue Saison kaum beginnen können. In den beiden Playoff-Spielen gegen Motherwell, im Pokal in Düsseldorf und zum Bundesligaauftakt gegen Bremen erledigte der SC seine Aufgaben bemerkenswert torreich. Nun wartet in Paderborn die nächste Prüfung – und damit die Frage, ob Freiburg diese frühe Leichtigkeit auch auswärts gegen einen Aufsteiger auf den Platz bekommt.

Julian Schuster kennt die andere Seite eines Saisonstarts. Vor einem Jahr musste seine Mannschaft früh erleben, wie schnell fehlende Ergebnisse auf Stimmung und Selbstverständnis drücken können. Siege erleichtern vieles, bergen aber eine eigene Gefahr: Wachsamkeit entsteht nach Niederlagen beinahe von selbst, nach vier Erfolgen muss man sie gelegentlich etwas nachdrücklicher suchen. Paderborn wird jedenfalls nicht eigens Spalier stehen, nur weil Freiburg gerade Spaß am Toreschießen gefunden hat.

Der Aufsteiger kann hoch pressen, nach überspieltem Druck schnell wieder kompakt werden und gefährlich umschalten. Das mit 15.000 Plätzen nahezu ausverkaufte Stadion und der mit 1.500 SC-Fans ausverkaufte Freiburger Gästeblock dürften ebenfalls kaum nach gemütlichem Betriebsausflug klingen. Patrick Osterhage fehlt wegen muskulärer Probleme. An Möglichkeiten mangelt es Schuster trotzdem nicht. Wie eng es im Kader zugeht, zeigte sich zuletzt schon daran, dass selbst etablierte Spieler zwischen Startelf und Bank wechselten, ohne dass der Freiburger Rhythmus darunter erkennbar litt.

Paderborn ist zudem einer jener Orte, die im Freiburger Gedächtnis deutlich größer sind als ihre Zahl gemeinsamer Bundesligaspiele. Vor zehn Jahren machte der SC dort den Wiederaufstieg perfekt. Zehn Jahre später geht es nicht um eine Rückkehr in die Bundesliga, sondern um die nächste Bestätigung eines ausgezeichneten Starts. Die schöne Erinnerung darf mitreisen. Die drei Punkte von damals bleiben allerdings im Archiv.

Zwei Ungeschlagene im Dreisamstadion

Schon anderthalb Stunden vor dem Anpfiff in Paderborn beginnt im Dreisamstadion das Heimspiel der U23 gegen den TSV Steinbach Haiger. Beide Mannschaften haben nach vier Spieltagen dieselbe Bilanz: ein Sieg und drei Unentschieden. Das klingt zunächst nach einer ausgesprochen höflichen Saisoneröffnung, in der man Gegnern ungern den ganzen Nachmittag verderben möchte. Hinter den Ergebnissen stehen aber zwei Teams, die noch ungeschlagen sind und selbst gestalten wollen.

Für die Mannschaft von Bernhard Weis dürfte deshalb ein anderes Spiel entstehen als zuletzt gegen den VfR Mannheim. Steinbach sucht den Ball, verfügt über spielerische Qualität und wird sich voraussichtlich nicht freiwillig über längere Zeit vor dem eigenen Strafraum einrichten. Für den SC II beginnt mit dieser Partie zudem eine Englische Woche. Am Dienstag geht es nach Trier, am folgenden Freitag kommt Sandhausen ins Dreisamstadion. Spätestens danach wird sich die Tabelle etwas weniger zurückhaltend darüber äußern, wo diese junge Mannschaft steht.

Jannik Veit fehlt mit einem Muskelfaserriss, Paulo Fritschi befindet sich noch in der Reha. Verstärkung aus der U19 ist möglich, wobei auch dort am Wochenende eine eigene Aufgabe wartet. Belastungssteuerung ist im Nachwuchsbereich eben manchmal die Kunst, mehrere Mannschaften gleichzeitig vollständig aussehen zu lassen.

Drei Nachwuchsspiele

Die U19 eröffnet das SC-Wochenende am Samstag um 13 Uhr gegen die Stuttgarter Kickers im Möslestadion. Am Sonntag tritt die U17 um 14 Uhr beim 1. FC Kaiserslautern auf dem Fröhnerhof an. Zeitgleich ist die Frauen-U20 bei den Stuttgarter Kickers im Sportpark Waldebene Ost gefordert. Drei Spiele der Freiburger Nachwuchsteams, verteilt auf zwei Tage und drei Spielorte – und für einige Talente die nächste Gelegenheit, im neuen Spieljahr auf sich aufmerksam zu machen.

Den Bayern den Spaß nehmen

Den Abschluss des Wochenendes übernehmen am Sonntag um 16 Uhr die SC-Frauen beim FC Bayern. Nach dem 1:1 beim Hamburger SV und dem 1:0 gegen Union Berlin stehen vier Punkte aus zwei Spielen. Nun wartet der Doublesieger, der seit 44 Ligapartien ungeschlagen ist. Viel größer kann eine Aufgabe in der Frauen-Bundesliga derzeit nicht werden.

Lisa Karl hat den Freiburger Plan angenehm direkt formuliert: Der SC will den Bayern den Spaß am Spiel nehmen. Das klingt deutlich besser, als sich schon vor dem Anpfiff ehrfürchtig für die Einladung zu bedanken. Freiburg wird defensiv stabil stehen, seine Spielweise anpassen und auf Möglichkeiten zum Umschalten hoffen müssen. Dass dazu auch etwas Glück nötig sein dürfte, gehört gegen diese Bayern zur ehrlichen Vorbereitung und nicht zum vorauseilenden Rückzug.

Für Karl besitzt die Partie noch eine persönliche Ebene. Der Kapitänin fehlen nur noch sieben Einsätze, um mit Hasret Kayikci als Freiburger Rekordspielerin in der Frauen-Bundesliga gleichzuziehen. Seit mehr als 14 Jahren trägt sie das SC-Trikot, seit April 2022 hat sie kein Ligaspiel mehr verpasst. Ihre mögliche Bestmarke wird deshalb nicht aus einem einzelnen großen Tag entstehen, sondern aus einer bemerkenswerten Verlässlichkeit über viele Jahre. München ist der nächste Schritt dorthin – und vielleicht gelingt es dabei tatsächlich, dem Favoriten den Nachmittag etwas ungemütlicher zu machen.

Sechs Spiele verteilen sich damit auf Paderborn, Freiburg, Kaiserslautern, Stuttgart und München. Von der Bundesliga bis zur U17, vom ausverkauften Auswärtsblock bis zum Nachwuchsplatz reicht das SC-Wochenende. Alles gleichzeitig sehen kann niemand. Aber zumindest fällt diesmal kein Spiel aus dem Blick, nur weil es etwas weiter unten im Terminplan steht.

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