Meinung
Mit Höfler mittendrin bleibt die U23 ungeschlagen
Chico Höfler in der Freiburger Aufstellung zu lesen, hat immer noch etwas Beruhigendes. Wobei unsere U23 gerade durchaus weiß, wie man ein Spiel aufregend gestaltet. Erst das 4:3 gegen Steinbach, dann am Dienstag ein 0:0 in Trier, bei dem spät auf beiden Seiten der Pfosten im Weg stand. Sechs Spiele, zehn Punkte, noch keine Niederlage. Da lohnt sich der Blick auf die Zweite gerade auch dann, wenn man zunächst wegen eines alten Bekannten hängen geblieben ist.
Über Höfler wurde im BZ-Podcast „Nachschuss“ schon vor dem Trier-Spiel gesprochen. Besonders schön fand ich die Beschreibung, dass er für seine Mitspieler anspielbar bleibt, wenn es hektisch wird. Ball zu Chico, erst einmal wieder etwas Ruhe. Das ist eine ziemlich praktische Hilfe auf dem Platz. Man muss dafür gar nicht seine ganze Karriere aufzählen.
Noch besser gefällt mir ein anderes Detail aus dem Gespräch: Auch Höfler spielt Fehlpässe, und die anderen helfen dann mit, den Fehler wieder auszubügeln. Die Podcastgesprächspartner sehen darin auch ein Zeichen für sein Ansehen in der Mannschaft. Ich mag daran vor allem, dass die Hilfe offenbar in beide Richtungen geht. Der Erfahrene ist also ebenfalls darauf angewiesen, dass einer für ihn hinterherläuft. So gehört sich das ja auch. Einen Freifahrtschein für Fehlpässe sollte es beim SC selbst nach vielen Bundesligajahren nicht geben.
Und vorne haben andere ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Leon Catak und Krish Raweri haben Steinbach zusammen vier Tore eingeschenkt. Catak sorgte mit seinem Doppelpack für das 2:0, dann wurde aus der Führung ein 2:3. Da kann man als Fan schon kurz an allem zweifeln. Raweri hatte zum Glück noch zwei Antworten übrig und drehte die Partie wieder. Zwei junge Stürmer, die ein solches Spiel entscheiden: Das macht neugierig auf den nächsten Auftritt. Zumal sie nach dem Rückstand ja erst einmal wieder treffen mussten, während Steinbach gerade alles auf seine Seite gezogen hatte.
In Trier stand Höfler dann von Beginn an auf dem Platz, Raweri kam von der Bank. Und beinahe hätte der nach seinen beiden Treffern vom Samstag gleich noch einen Sieg entschieden. Sein später Heber landete am Innenpfosten. So knapp kann der Unterschied zwischen einem ordentlichen Auswärtspunkt und einer ausgesprochen vergnüglichen Heimfahrt sein. Trier hatte allerdings ebenfalls Aluminium getroffen. Über das 0:0 darf man sich deshalb ärgern und trotzdem froh sein, dass die Serie hält.
Bernhard Weis hob nach dem Spiel hervor, wie viel Intensität seine Mannschaft dafür aufbringen musste. Das passt zu diesem Abend besser als die Vorstellung, nach dem wilden Samstag sei nun einfach Ruhe eingekehrt. Vier Punkte aus diesen zwei sehr unterschiedlichen Spielen nehme ich jedenfalls gerne. Und für Freitag bleibt die Hoffnung, dass Raweri den Ball wieder ein kleines Stück weiter innen unterbringt.
Auch die U17 dreht noch
Mit Rückständen hat sich am Wochenende auch unsere U17 beschäftigt. In Kaiserslautern lag sie zur Pause 0:2 hinten. Marc Hager brachte den SC wieder heran, ein Eigentor sorgte für den Ausgleich, und Lennart Konradi machte spät tatsächlich noch das 3:2. Wer so ein Spiel gewinnt, dürfte die Rückfahrt deutlich lieber antreten als noch zur Halbzeit befürchtet.
Ivica Banovic hatte in der Pause dreimal gewechselt und lobte anschließend ausdrücklich den Beitrag der Einwechselspieler. Gleichzeitig störte ihn, dass seine Mannschaft überhaupt mit zwei Toren zurückgelegen hatte. Verständlich. Die Freude über so eine Wende darf trotzdem groß sein. Am kommenden Wochenende hat die U17 spielfrei und kann ihren Sieg zumindest etwas länger genießen.
Bei der U19 lief es gegen die Stuttgarter Kickers leider andersherum. Dianzenza-Nkoussou brachte den SC per Elfmeter in Führung, erst spät fiel noch das 1:1. Das ist dann die unangenehme Variante eines Unentschiedens, wenn man den Sieg schon so lange festgehalten hat.
Auch unsere U20-Frauen trennten sich von den Stuttgarter Kickers 1:1 und holten damit ihren ersten Saisonpunkt. Laura Ernst traf nach einer einstudierten Standardvariante, drei Minuten später war die Führung wieder weg. Besonders ärgerlich: Nach Einschätzung von Trainer Fabian Gerdts waren genug gute Chancen für einen Sieg da. Der erste Punkt steht, mit der Ausbeute vor dem Tor war er trotzdem verständlicherweise unzufrieden.
Die nächsten Heimspiele lassen nicht lange auf sich warten. Schon am Freitag, 11. September 2026, spielt die U23 um 19 Uhr gegen Sandhausen im Dreisamstadion. Die U20-Frauen empfangen am Sonntag, 13. September 2026, um 14 Uhr die Offenbacher Kickers im Möslestadion. Ich bin gespannt, was Catak und Raweri gegen Sandhausen einfällt. Und ob wir nach dem siebten Spiel immer noch keine Niederlage zählen müssen.
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