Mehr als Profis · Frauen-Spielvorschau
Kaum zurück, schon wartet Leipzig
Viel Zeit zum Wiederankommen bleibt unseren Frauen nicht. Neun Nationalspielerinnen kehrten erst am Mittwoch zurück, für Donnerstag war eine einzige gemeinsame Trainingseinheit vorgesehen. Heute Abend kommt schon RB Leipzig ins Dreisamstadion. Da muss Marco Konrad ziemlich genau auswählen, was noch auf den Trainingsplatz gehört und was bis zum Anpfiff um 18:30 Uhr auch mit einer Besprechung erledigt sein muss. Eine lange Woche zum Einstudieren sieht jedenfalls anders aus.
Umso hilfreicher wäre es, schnell wieder an das 1:0 in Köln anzuknüpfen. Dort hatte Konrad vor allem defensiv Fortschritte gesehen. Nach den Reisen wird nun auch entscheidend sein, wer frisch ist und gleich wieder in den gemeinsamen Rhythmus findet. Als Zuschauer freut man sich, dass die Bundesliga endlich weitergeht. Für den Trainer dürfte die Pause ihrem Namen nur bedingt gerecht geworden sein.
Leipzig reist mit einem 5:0 gegen Mainz im Rücken an. Drei der letzten vier Pflichtspiele, den Pokal eingeschlossen, hat RB gewonnen. Platz neun allein erzählt deshalb wenig darüber, welche Mannschaft da heute aufläuft. Auswärts wartet Leipzig zwar noch auf den ersten Ligasieg und hat bislang nur einen Punkt geholt. Das darf aus Freiburger Sicht gerne so bleiben, ist aber keine besonders belastbare Grundlage für einen gemütlichen Abend.
Im Sommer kamen zwölf Spielerinnen, sechs davon mit Champions-League-Erfahrung. So viele neue Namen müssen auf dem Platz erst einmal zusammenfinden. Die jüngsten Ergebnisse sprechen dafür, dass Leipzig dabei vorankommt. Vorne trifft mit Delice Boboy allerdings eine, die schon seit 2025 da ist: drei Tore in sechs Ligaspielen. Konrad hat außerdem das schnelle Umschalten der Gäste hervorgehoben. Für Freiburg wird es also darauf ankommen, bei eigenen Angriffen die Absicherung mitzunehmen und nach Ballverlusten sofort wieder da zu sein.
Ganz fremd wird das Dreisamstadion einigen Leipzigerinnen ohnehin nicht vorkommen. Annabel Schasching, Sandra Starke und Elvira Herzog haben selbst für den SC gespielt. Solche Wiedersehen gehören zu den schönen Nebengeschichten eines Heimspiels. Bei vertrauten Namen erinnert man sich eben auch an die Zeit im eigenen Trikot, selbst wenn sie heute auf der anderen Seite stehen. Während der 90 Minuten darf die Wiedersehensfreude dann ruhig etwas zurückhaltender ausfallen.
Für unsere Frauen ist das eine interessante Aufgabe: wenig gemeinsame Vorbereitung, ein Gegner mit wachsendem Selbstvertrauen und die Gelegenheit, zuhause den nächsten Sieg zu holen. Dafür muss nicht vom ersten Pass an alles aussehen, als hätte es die Unterbrechung nie gegeben. Ein wacher Beginn und gegenseitige Unterstützung, wenn eine Aktion noch nicht passt, wären schon viel wert. Von den Rängen lässt sich dabei durchaus helfen.
Freitagabend im Dreisamstadion ist jedenfalls ein guter Anlass, die Arbeitswoche hinter sich zu lassen. Unsere Frauen haben sich mit dem Sieg in Köln eine ordentliche Ausgangslage geschaffen. Jetzt wäre es schön, gemeinsam den nächsten Schritt zu sehen.
SC Freiburg – RB Leipzig, heute, Freitag, 16. Oktober, um 18:30 Uhr im Dreisamstadion. Wer nicht vor Ort sein kann: DAZN und MagentaSport übertragen, baden.fm berichtet im Hörfunk.




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