Fanstimmen
Geisterspiele für Emotionen
Ein Kommentar zum UEFA-Wahnsinn
Hinweis: Dies ist ein Kommentar des Autors und gibt die persönliche Meinung wieder.
Der SC Freiburg stürmt in der vergangenen Saison ins Europa-League-Finale – eine historische Leistung für unseren Verein. Nach dem Halbfinal-Sieg gegen Braga kannte der Jubel keine Grenzen. Die Emotionen kochen über, der Rasen wird gestürmt. Ein absolut friedliches Freudenfest, das eigentlich jedem Fußballromantiker das Herz aufgehen lässt. Niemand kam zu Schaden, alles blieb entspannt.
Und was macht die UEFA? Sie schickt die Rechnung. 30.000 Euro Geldstrafe und ein Geisterspiel auf Bewährung.
Man muss sich diese absurde Verhältnismäßigkeit mal auf der Zunge zergehen lassen: Während Aston Villa für nachgewiesene rassistische Äußerungen ihrer Fans im Finale gerade mal mit 10.000 Euro – also einem Drittel unserer Strafe – zur Kasse gebeten wird, wird der SC Freiburg für echte, positive Emotionen fast schon drakonisch bestraft.
Die Prioritäten der UEFA sind ein Armutszeugnis
Es ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Ein jubelnder Fan, der aus purer Freude auf den Rasen rennt, ist für den europäischen Verband offenbar eine größere Bedrohung für das lukrative „Produkt Fußball“ als blanker Rassismus auf den Tribünen. Wer solche Urteile fällt, hat den Bezug zur Basis, zu den Menschen, die diesen Sport überhaupt erst am Leben halten, komplett verloren.
Hier wird schlichtweg mit zweierlei Maß gemessen. Es ist eine bewusste Beraubung der Emotionen, die unseren Sport eigentlich ausmachen. Man will das Stadion als sterilen Konsumtempel, in dem die Zuschauer bitte nur dann jubeln, wenn der Regisseur auf der Tribüne das entsprechende Lichtsignal gibt. Alles, was nicht ins durchchoreografierte, glattgebügelte TV-Bild passt, wird gnadenlos abgestraft.
Die Strafe zahlt der SC, die Quittung bekommt der Fußball
Wahrscheinlich zahlt der Verein diese 30.000 Euro am Ende einfach, um Ruhe zu haben. Die Strafe für dieses unvergessliche Friedensfest wird hingenommen. Aber der bittere Nachgeschmack bleibt. Wenn wir demnächst in der Conference League bei einem internationalen Heimspiel wirklich auf eine Geisterkulisse blicken müssten, dann nicht, weil wir aggressive Chaoten im Stadion hatten, sondern weil die Funktionäre in Nyon jeden Funken Leidenschaft im Keim ersticken wollen.
Liebe UEFA, spart euch eure Bewährungsstrafen. Echte Emotionen lassen sich nicht auf Bewährung setzen. Wer denkt, er kann den ehrlichen Fußball durch eine solche Abzocke beugen, der irrt sich gewaltig. Wir stehen für unseren SC – in Weiß und Rot, mit Leidenschaft und ganz sicher ohne euren sterilen Zirkus.
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